Kommentar zum Thema Schwimmteichsanierung

André DürigSchwimmteiche sind im Vergleich zu anderen Errungenschaften des Menschen noch ein junges Produkt. Anfangs (um 1990) versuchten viele Gartenbetriebe die stehenden Gewässer der Natur nachzubilden. Dies erfordert ein sehr grosses Know-How, damit ein solch komplexes, natürliches System auch im Kleinen funktioniert.

Vor allem die Wichtigkeit der Materialwahl und konsequenten Planung wurde und wird bis heute von vielen stark unterschätzt. So kann falsch gewähltes Steinmaterial oder Substrat langsam aber langfristig Phosphate abgeben und ein Teich grün werden lassen. Oftmals werden dann in der Not zusätzliche Massnahmen getroffen, welche aber nur Symptome bekämpfen oder gar den Zustand langfristig verschlimmern.

Gerade bei Sanierungen sollten daher alle Faktoren des Systems genauestens erhoben, analysiert und Massnahmen gezielt geplant werden. Dabei müssen die Ursachen und nicht nur die Symptome angegangen werden.

Wichtiger Grundsatz ist die Unterscheidung von Schwimmteichen mit und ohne Filter. Die Reinigungsmechanismen dieser zwei Grundarten von Schwimmteichen unterscheiden sich wesentlich. Wird nachträglich ein Filter in ein stehendes Gewässer eingebaut, wird das vorgesehene Reinigungssystem über den Haufen geworfen und oft das Gegenteil des erwünschten Ziels erreicht.

Pumpen und Technik erscheinen im Teich als Steuerinstrument durchaus sinnvoll. Ihr Einsatz kann eine Sanierungsmöglichkeit sein, die Voraussetzungen dafür müssen bei einem bereits bestehenden Teich aber stimmen.
Das heisst: Entweder lässt man das Wasser komplett „stehen“ und lässt die Mikroorganismen sowie Wasserpflanzen die Reinigung des Wassers vornehmen. Bei dieser Vorgehensweise kann es im Frühling auch mal zu einer Trübung kommen, bis sich das Gleichgewicht wieder eingestellt hat. Die Pflanzen gedeihen dafür besser als in einem komplett phosphorlimitierten Schwimmteich. Dies entspricht visuell also eher einem Biotop.

Oder man bindet Phosphor in einem Filter, so dass im Schwimmbecken Phosphor nur noch in extrem geringster Konzentration (< 10 µgP/l) vorhanden ist. Dies erreicht man durch gezielte Anströmung des Filtersubstrates und züchten von Biofilm im Filter. Damit wird den Algen die Lebensgrundlage entzogen und das Wasser bleibt langfristig so nährstoffarm und klar wie Sie es sich wünschen. Dafür gedeihen auch Pflanzen weniger, die Artenauswahl wird eingeschränkt. Große Pflanzenzonen sollten vermieden werden. Dies entspricht visuell also eher einem Bio- oder Natur-Pool.

Hat man sich für eine der beiden Aufbereitungsmethoden entschieden, sollte dieses Ziel ohne Kompromisse verfolgt werden. Eine Mischung der beiden Mechanismen wird nicht funktionieren.
Bei Altanlagen muss man sich der Situation gemäss entscheiden, ob eine Sanierung in Richtung stehendes Gewässer (ohne Filter) oder fliessendes Gewässer (mit Filter) unternommen werden kann.

André Dürig – Gründer von „SwissBioPool“

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