Praxistipp: Zierfischteiche richtig pflegen

Zierfische in klarem, gepflegtem Teichwasser. Foto: Jörg Baumhauer

„Sich fühlen wie ein Fisch im Wasser“: Diese Redensart kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein situatives Wohlgefühl im Einklang mit der Umgebung beschrieben wird. Betrachtet man jedoch private Teiche mit Fischbesatz, wird schnell deutlich, dass diese Assoziation in vielen Fällen mit der Realität nicht viel gemein hat. Ein starkes Wachstum von Fadenalgen, grünes, trübes Wasser und kranke Fische sind nur einige Probleme, über die Teichbesitzer klagen. Wer jedoch bestimmte Regeln beachtet, kann Stolperfallen vermeiden und seinen Fischen einen artgerechten und optisch ansprechenden Lebensraum schaffen.

Die Ursachen für die Beziehungsprobleme zwischen Mensch und Fisch sind vielfältig: „Teiche mit Fischbesatz sind sensible Ökosysteme, die von vielen Faktoren im Gleichgewicht gehalten werden. Wer Fische in einen Teich setzen und verhindern möchte, dass sie sich bald wie auf dem Trockenen fühlen, sollte daher bereits im Vorfeld mit ausgewiesenen Fachleuten sprechen. So können Fehler, die sich später nur mit hohem Aufwand korrigieren lassen, von Vornherein vermieden werden“, lautet der grundlegende Rat von Ullrich Gluschke, der beim schleswig-holsteinischen Unternehmen Re-natur den Bereich Fische und Fischteiche betreut. Oft, so Gluschke, würden die Bedürfnisse der Fische schlichtweg nicht berücksichtigt. Probleme seien so programmiert.

Die erste goldene Regel: kein Fischbesatz ohne vorherige Wasseranalyse! Einfache Tests, die Teichbesitzer oft selber durchführen, messen bestimmte Wasserwerte allerdings nur ungenau. Fachleute wie die von Re-natur versorgen ihre Kunden daher auf dem Postweg mit adressierten Analyseflaschen, mit denen sie Wasserproben entnehmen und diese anschließend direkt an ein Fachlabor weiterleiten können. Die Ergebnisse geben dann Aufschluss über all jene Parameter, die für das Milieu von Fischen entscheidend sind.

Gesamtkonzept für optimale Wasserqualität

In Teichwasser dieser Qualität überleben Fische nicht lange. Foto: Jörg Baumhauer

Liegen die Wasseranalyse und möglichst auch Fotos der Teichanlage vor, können die Fachleute qualifizierte Beratungshilfe leisten und ein Gesamtkonzept für den Teich erstellen, ohne dass Kosten für einen Ortstermin entstehen. Mithilfe der im Konzept vorgeschlagenen Maßnahmen kann die  Wasserqualität dann auf ein für die Fische optimales Niveau gebracht werden. Ist das Wasser zum Beispiel sehr phosphathaltig, wird der Teichbesitzer ohne geeignete Gegenmaßnahmen ein verstärktes Algenproblem bekommen, wenn er Fische in den Teich setzt. Denn Phosphate sind hauptverantwortlich für das Algenwachstum und gelangen mit dem Fischfutter noch zusätzlich in den Teich. „Wir würden in diesem Fall mit ökologisch verträglichen Maßnahmen die Phosphate im Wasser binden, um so einem Algenwachstum von Vornherein entgegenzuwirken“, so Gluschke. Gegen fischgiftige Stickstoffverbindungen wie Ammoniak und Nitrid helfen ausreichend dimensionierte Filtersysteme, die diese Stoffe durch mikrobiologische Prozesse abbauen. 

Ist der Teich für den Einzug der Fische vorbereitet, geht es an die Auswahl der Fischarten. Kleine, heimische Arten wie etwa Bitterlinge und Moderlieschen haben den Vorteil, dass sie nicht zusätzlich gefüttert werden müssen. Sie ernähren sich von Mückenlarven und anderen Kleinstlebewesen. Der Verzicht auf eine Zugabe von Futtermitteln begünstigt eine längerfristige Stabilität des Gleichgewichtes im Wasser, da keine zusätzlichen Nährstoffe in den Teich eingebracht werden.

Bei klassischen Gartenteichfischen wie Goldfisch, Shubunkin oder Koi empfiehlt Ullrich Gluschke, mit hochwertigen Futtersorten zu füttern. Diese seien für eine gute Überwinterung der Fische und ein stabiles Immunsystem von großer Bedeutung. Bei der Wahl des Futters sollten Fischbesitzer darauf achten, dass alle Inhaltsstoffe auf der Verpackung deklariert sind. Die alleinige Deklarierung von Rohproteinen, Rohfetten und Rohfasern ist für eine Bewertung der Qualität nicht ausreichend.

Regelmäßig Frischwasser zuführen!

In klarem Wasser wie diesem fühlen sich Teichfische pudelwohl. Foto: Jörg Baumhauer

Bei der Fütterung von Fischen gilt wie in vielen Lebenslagen: Weniger ist mehr.  „Werden Fische überfüttert, führt dies mittelfristig zu einer rapiden Vermehrung der Population im Teich und zu einer starken Belastung des Wassers, die nur durch leistungsstarke Filtertechnik abgebaut werden kann“, warnt  Experte Gluschke.

Zu guter Letzt hält der Fischfachmann von Re-natur noch einen wichtigen Pflegetipp für Teiche mit Fischbesatz bereit: „Wer einen Teil des Wassers in seinem Fischteich regelmäßig durch geeignetes oder entsprechend aufbereitetes Frischwasser austauscht, reduziert damit die Nährstoffbelastung und Keimkonzentration und leistet einen weiteren wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung der Fische“. Insbesondere bei kleinen Teichen mit starkem Fischbesatz sei der Wasserwechsel besonders wichtig und könne im Frühjahr und Herbst gut mit der Grundreinigung durch einen Schlammsauger kombiniert werden.

Die Vorteile eines ganzheitlichen, fachkundigen Konzeptes für den Teich mit Fischbesatz liegen laut Gluschke auf der Hand: Es sorgt dafür, dass der Teich mit einem moderaten Pflegeaufwand in einem ansprechenden optischen Zustand bleibt und sich die Fische in ihm wohlfühlen. „Es ist doch besser, kontinuierlich das Gleichgewicht zu halten als zu warten, bis alles zu spät ist, um dann in blinden Aktionismus zu verfallen“, sagt er.

Wer mehr wissen möchte, findet den Experten und viele weitere Informationen unter www.re-natur.de

Text: Antje Kottich, Fotos: Jörg Baumhauer

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