Bauweisen & Beckenkonstruktion

Die optische Wirkung von Schwimmteichen wird stark von der Bauweise des Beckens beeinflusst. Die verschiedenen Möglichkeiten auf dem Weg zum Badevergnügen zeigen wir Ihnen hier. 

Foto: Minnova BNS

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Bauweisen erdmodellierte Schwimmteiche und Anlagen mit einem festen Beckenkörper, der den Schwimmbereich einfasst und vom Regenerationsbereich abtrennt. Für welche Variante man sich entscheidet ist eng verbunden mit der gewünschten optischen Wirkung des Teiches. Naturnahe Schwimmteiche werden in der Regel in Erdbauweise modelliert, moderne Natur-Pools sind oft vom klassischen Schwimmbecken kaum zu unterscheiden – dazwischen ist alles möglich. 

Mit dem Aushub werden die Dimensionen von Schwimm- und Regenerationsbereich festgelegt. Doch bevor es an den Bau geht, sollten zunächst die Bodenverhältnisse von einem Fachplaner oder der ausführenden Firma geprüft werden. Der Boden wird nach seiner Beschaffenheit in verschiedene Bodenklassen unterteilt. Je standfester er ist, desto steiler darf der Böschungswinkel der Baugrube sein.

Naturnahe Erdbauweise

Der Urform des Schwimmteiches entspricht die sogenannte Erdbauweise. Sie eignet sich besonders für naturnahe Anlagen mit organischen Formen. Da der gesamte Querschnitt des Schwimmteichs aus dem Erdreich herausmodelliert wird, muss bei dieser Bauweise der Baugrund standfest sein, damit steile Böschungen und Wände im Schwimmbereich stabil sind. Die Böschungen müssen sorgfältig abgegraben und begradigt werden, damit sich später auf der Abdichtungsbahn keine Unebenheiten unter dem Wasserdruck abzeichnen. Diese Bauform ist einfach und schnell zu erstellen, sowie verhältnismäßig kostengünstig zu realisieren. Allerdings ist der Platzbedarf relativ hoch und durch seine organische Form ist es aufwendiger, das Becken zu reinigen. 

Um das Abrutschen von Substraten und Steinschüttungen in den Nutzungsbereich zu verhindern und Badegäste davon abzuhalten, in die Pflanzzonen zu gelangen und dort die Biologie zu zerstören, wird eine Abtrennung zwischen Schwimm- und Regenerationsbereich erstellt. Diese kann durch einen unter der Dichtungsbahn modellierten Erdwall ebenso natürlich und preiswert ausgeführt werden wie der eigentliche Schwimmteich. 

Eine andere Möglichkeit der Abtrennung sind sogenannte Teichsäcke. Sie bestehen aus verrottungsfestem Geotextilvlies und werden vor Ort mit gewaschenem Kies gefüllt und auf der Dichtungsbahn als Abtrennung verlegt. Die Kosten hierfür sind relativ gering, organische Formen können einfach ausgebildet werden. Eine optisch sehr ansprechende Variante ist die Abtrennung mit Natursteinquadern oder Findlingen. Allerdings ist die Ausführung etwas aufwendiger, denn das schwere Material muss transportiert und eingebaut werden. Bei der Auswahl des Steinmaterials muss unbedingt auf die Eignung hinsichtlich Festigkeit, Frostbeständigkeit und Teichverträglichkeit geachtet werden. 

Beckenbauweise für moderne Anlagen

Moderne Anlagen mit Pool-Charakter werden meist in Beckenbauweise errichtet. Der Schwimm-
bereich wird durch Beckenwände eingefasst und so vom Regenerationsbereich getrennt. Bei Natur-Pools, die dem Typ V gemäß FLL entsprechen, sind die beiden Bereiche vollständig getrennt. Grenzen die Bereiche innerhalb der Wasserfläche aneinander (Typ I bis IV), wird die Trennung unter dem Wasserspiegel eingebaut – so ist ein natürlicher Wasseraustausch zwischen den Bereichen möglich. Natur-Pools in Beckenbauweise sind hinsichtlich Arbeitsaufwand und Materialkosten meist aufwendiger als erdmodellierte Teiche. Für den Bau wird Fachwissen und Erfahrung benötigt. Die klaren Formen der Anlage erleichtern jedoch die Pflegearbeiten. Da es im Nutzungsbereich ebene Flächen gibt, kann oft sogar ein Reinigungsroboter eingesetzt werden. 

Ähnlich wie im klassischen Schwimmbadbau können Becken aus einer betonierten Bodenplatte und gemauerten oder geschalten Beckenwänden erstellt werden. Mit Mauer- und Schalsteinen sowie betonierten Wänden lassen sich unterschiedliche Formen kreieren. Je nach handwerklichem Geschick können diese Wände in Absprache mit dem Schwimmteichbauer auch selbst erstellt werden. Ebenso aus dem konventionellen Bäderbau übernommen werden Becken aus Edelstahl. Sie finden meist für moderne architektonische Anlagen Verwendung und können nur von entsprechenden Fachfirmen eingebaut werden. Auch Fertigbecken kommen immer häufiger auch im Natur-Poolbau zum Einsatz. Ihr Vorteil ist sicherlich der schnelle Einbau vor Ort. 

Optisch interessant ist das Errichten von Holzbecken auf der Dichtungsbahn: Hierzu werden Kanthölzer oder runde Holzelemente zu Beckenkonstruktionen verarbeitet. Auch Anlagen aus Sichtbeton sind ein optisches Highlight. Wenn Sie mehr zu Beckenkonstruktionen aus Holz und Sichtbeton wissen wollen – dann schnell weiterblättern.

Den vollständigen Bericht mit Experteninterviews zu den Themen Becken aus Holz und aus Sichtbeton finden Sie zusammen mit vielen attraktive Schwimmteichen & Natur-Pools in naturpools 1/2012.

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