Teichabdichtung: Auf diese Fakten kommt es an

Die Abdichtung eines betonierten Naturpools mit Dichtungsbahnen aus Kunststoff muss optimal verlegt sein. In den Falten können sich sonst Ablagerungen festsetzen und das Becken ist schwerer zu reinigen. Foto: Teich & Gründach Klute GmbH

Naturpools und Schwimmteiche werden wie herkömmliche Swimmingpools abgedichtet. Doch dabei gibt es zum Teil gravierende Unterschiede. Christian Klute, Geschäftsführer der Firma Teich & Gründach, ist ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet und stellt die Materie vor.

Die Abdichtung eines naturnahen Badegewässers ist dringend notwendig, damit Wasser weder aus dem Schwimmteich entweichen noch von außerhalb ungestört einfließen kann. Denn die Funktionsweise eines biologischen Schwimmteiches beruht darauf, dass der Nährstoffgehalt des Wassers dauerhaft minimiert wird, um ein unkontrolliertes Algenwachstum zu verhindern. Bei einem ständigen Wasseraustausch würden immer neue Nährstoffe in das Wasser gelangen, was ein starkes, ungewolltes Algenwachstum auslösen könnte.

Möglichkeiten und Arten der Abdichtung

Schwimmteiche können mit folgenden Materialien abgedichtet werden: Kunststoffbahnen, GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff), mineralische Stoffe wie Lehm und Ton, Edelstahl, Stahlbeton, vereinzelt Flüssigabdichtungen und Asphalt. Art und Dicke des Materials sind abhängig von der Größe und Tiefe des Schwimmteiches, dem Untergrund und den persönlichen Vorlieben des Bauherrn. Bei der Planung des Schwimmteiches muss dies definitiv berücksichtigt werden.

Kunststoffbahnen sind die mit Abstand am meisten verwendeten Abdichtungen. Es gibt sie in unterschiedlichen Arten, am geläufigsten sind PVC, FPO, PE und EPDM: teilweise in vielfältigen Farbtönen, teilweise mit und teilweise ohne Gewebe. Kunststoffbahnen sind äußerst flexibel: Unterschiedliche Durchbrüche und Einbauten können dauerhaft „eingedichtet“ und nahezu jede Becken- oder Teichform kann damit ausgekleidet werden. Die Mindestdicke der Abdichtung muss 1,2 Millimeter betragen, je nach Wassertiefe auch mehr.

Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) ist ein kunststoffgebundenes Abdichtungssystem aus Glasfasergewebe und Polyesterharzen. Die Laminierdicke sollte mindestens vier Millimeter betragen und ein Glasgehalt von 30 Prozent sollte angestrebt werden. GFK gibt es ebenfalls in vielen Farben, Durchbrüche können ebenfalls „eingedichtet“ werden.

Lehm und Ton ist arbeitsaufwendig einzubauen und teuer. Bei steilen oder senkrechten Wänden wird es problematisch oder gar unmöglich, und Durchbrüche können auch kaum „eingedichtet“ werden. Eine unumgängliche Auflastschicht aus Kies erschwert zudem die Reinigung des Schwimmteiches durch Absaugen oder den Einsatz eines Reinigungsroboters. Vorteil: das natürliche Vorkommen, denn sie gelten als biologisches Material. Dies wird von einigen Bauherren bevorzugt.

Müssen fest gegen Wurzeltrieben sein

Grundsätzlich ist zu beachten, dass alle Abdichtungen von Schwimmteichen hundertprozentig fest gegenüber Wurzeltrieben (Rhizomen) von Pflanzen sein müssen. Und: Die Nutzer und die Gewässerbiologie dürfen durch die Abdichtung oder durch die Einträge, die von ihr ausgehen können, nicht gefährdet werden!
Im Gegensatz zu herkömmlichen Pools sind in Schwimmteichen Biofilm und Lebewesen gewollt, denn sie dienen der Reinigung des Wassers. Daher sind die Abdichtungen so ausgelegt, dass die Organismen nicht abgetötet werden. Dies ist ein gravierender Unterschied zu den Abdichtungsbahnen für konventionelle Pools, deren mikrobielle Behandlung die nützlichen Mikroorganismen abtöten. Solche Bahnen sollten also nie in Schwimmteichen eingesetzt werden.

Natürliche, organische Einträge wie Laub, Blütenstaub oder auch Pflanzenreste und Algen finden sich sehr häufig in Schwimmteichen. Sie setzen sich in der Regel am Boden ab. Und weil der Einsatz von Reinigungsrobotern unter Schwimmteichbesitzern noch nicht so verbreitet ist wie bei denen von Swimmingpools und sie oft nicht regelmäßig abgesaugt werden, gehören die Ablagerungen zum optischen Erscheinungsbild eines Schwimmteiches. Schlimmstenfalls können sich die Ablagerungen in der Abdichtungsbahn festsetzen und lassen sich dann nur schwer oder gar nicht entfernen.

Viele Nutzer bevorzugen bei Abdichtungsbahnen helle Farben, da sie ein schöneres Wasserbild ergeben. Doch gerade darauf sind die genannten Ablagerungen auffälliger. Wen dies stört, sollte also einen dunkleren Farbton wählen. So gibt es eine Menge an dunkleren Grüntönen bis hin zu Oliv oder Schwarz, die in Schwimmteichen eingesetzt werden können.

Becken mit organischen Formen vs. Becken in eckigen Formen

So klar und sauber ist ein perfekt abgedichteter Naturpool. Foto: Teich & Gründach Klute GmbH

Bei Schwimmteichen, deren Becken organisch geformt sind, ist es nur sehr schwer oder fast gar nicht möglich, eine Abdichtung faltenfrei zu bekommen. In den geltenden Regelwerken sind deshalb sowohl die maximale Größe als auch die Anzahl von Falten offiziell festgelegt. Inzwischen geht der Trend jedoch immer mehr dazu, die Schwimmzone in rechteckiger Beckenform zu bauen, daneben die Regenerationszone in Teichform anzulegen oder zu integrieren oder die biologische Aufbereitungstechnik in separierten Räumen oder Schächten unterzubringen. Bei gemauerten Becken sollte die Abdichtung unter allen Umständen komplett faltenfrei erfolgen. Die Becken sind so auch leicht zu reinigen.

Doch sind Wellen und Falten bei Schwimmteichen oder auch Naturpools zumindest geduldet, werden sie bei herkömmlichen Pools von deren Besitzern im Normalfall nicht akzeptiert. Bei Schwimmteichen werden übrigens auch Formteile für Ecken und Stufen in Abdichtungen geduldet, wohingegen sie in konventionellen Swimmingpools kaum vertreten sind – und wenn, dann sind sie unsichtbar.

Fazit: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Für eine optimale, faltenfreie Abdichtung muss der Untergrund hier wie dort perfekt verarbeitet sein. Denn wegen des Wasserdrucks werden Unebenheiten im Boden und an den Wänden deutlich und Verunreinigungen können sich darin absetzen, die Reinigungsroboter nicht herausholen können. In biologischen Schwimmteichen, bei denen ein Biofilm auf den Abdichtungsbahnen teilweise sogar gewünscht wird, fallen die Unebenheiten dagegen nicht so stark auf.

Eine Gemeinsamkeit zwischen Schwimmteichen und Schwimmbädern besteht darin, dass beider Abdichtungen unter keinen Umständen Undichtigkeiten aufweisen sollten. Und sowohl bei biologischen wie bei konventionellen Badegewässern gilt: Dichtungsbahnen in helleren Farben erfordern eine sehr viel höhere Qualität und Konzentration beim Einbau, denn Verfärbungen werden sofort sichtbar. Dennoch überwiegen die unterschiedlichen Anforderungen, weshalb schon im Voraus ­darauf zu achten ist, dass sie erfüllt werden. Grundsätzlich ist es nicht ratsam, die Bahnen in dem jeweils anderen Bereich einzusetzen.

Experte Christian Klute, Geschäftsführer der Firma Teich & Gründach GmbH. Foto: privat

Unser Autor:
Christian Klute, 50 Jahre alt, Geschäftsführer der Teich & Gründach GmbH, ist ­Diplom-Ingenieur Gartenbau und seit 20 Jahren mit der Abdichtung von Pools und Teichen beschäftigt.

 

Einen weiteren Fachartikel zum Thema Teichabdichtung finden Sie in der aktuellen Ausgabe 1/2016 von naturpools (hier bestellen!). Darin geht es unter anderem ums richtige Verlegen der Folien.

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