Wasserpflanzen in Schwimmteichen

Wasserpflanzen in Schwimmteichen und Natur-Pools sind nicht nur reizvoller Bestandteil der Gartengestaltung, sie erfüllen auch wichtige Aufgaben bei der biologischen Wasseraufbereitung. Damit sie gut gedeihen, ist eine fachgerechte Auswahl und Verwendung der Pflanzen entscheidend.

Foto: Carsten Schmidt

Bei der Auswahl von Wasserpflanzen sind die individuellen Standortfaktoren am Pflanzort zu berücksichtigen. Dazu zählen die Licht- und Bodenverhältnisse, das Wuchsverhalten und die Vergesellschaftung der Pflanzen. Nicht zu vergessen ist die Wassertiefe, in der die jeweiligen Arten gesetzt werden.Unterschieden werden Pflanzen für den Sumpf- oder Röhrichtbereich, für das Flachwasser und für die Tiefwasserzone. Allen Pflanzengruppen kommen im Schwimmteich spezielle Aufgaben zu, die für das Funktionieren der Gesamtanlage von Bedeutung sind.

Auswahl der Pflanzen nach Standort
Im Sumpfbereich herrscht eine Wassertiefe von 0 bis 10 Zentimeter. Typische Pflanzenarten sind z.B. Mentha aquatica (Wasserminze), Iris pseudoacorus (Iris) oder Lythrum salicaria (Blutweiderich). In den Randbereichen gedeihen Pflanzen, die auch mit einem feuchten bis nassen Substrat auskommen und keine ständige Überflutung benötigen und diese teilweise nur schlecht vertragen. Gräser (Carex-Arten) und unterschiedliche Binsen verleihen einem Natur-Pool sein natürliches äußeres Erscheinungsbild.

Der Übergang zu der Flachwasserzone mit circa 10 bis 30 Zentimetern Wassertiefe ist fließend. Pflanzenarten, die in einem Naturgewässer in der Flachwasserzone vorkommen, wachsen meist aus den Randbereichen dort hinein. Typische Vertreter der Flachwasserzone sind z.B. Typha-Arten (Rohrkolben), Acorus calamus (Kalmus), Scirpus lacustris (Binse) oder Butomus umbellatus (Blumenbinse). Diesen Pflanzengruppen kommen in einem Badeteich wichtige Aufgaben zu. Durch das Wachstum der Pflanzen werden in der Flachwasser- und Uferzone Nährstoffe verbraucht. Ihr Luft führendes Gewebe (Aerenchym) trägt Sauerstoff in das Bodensubstrat ein und sorgt für verbesserte Lebensbedingungen der dort vorkommenden Mikroorganismen. Dabei findet ein verbesserter Gasaustausch zwischen Wasser und Luft statt. Gerade im Winter, bei zugefrorenem Teich, können so Faulgase besser entweichen. Vermeiden sollte man stark wuchernde, monokulturbildende Arten wie z.B. Phragmites australis (Schilf) oder stark wachsende Typha-Arten (Rohrkolben).

Die Bereiche der Regenerationszone mit einer Wassertiefe von über 50 Zentimetern sind gerade bei Anlagen mit wenig Aufbereitungstechnik von großer Bedeutung. Biologisch stabile Teiche zeichnen sich durch eine artenreiche Vegetation aus, insbesondere sorgen mehrere Arten von Unterwasserpflanzen für eine gute Wasserqualität. Unterwasserpflanzen, auch submerse Pflanzen oder echte Wasserpflanzen genannt, erfüllen in einem naturnahen Gewässer entscheidende Aufgaben.

Typische Pflanzenarten sind z.B. Myriophyllum spicatum (Tausendblatt), Ranunculus aquatilis (Wasserhahnenfuß), Elodea canadensis (Kanadische Wasserpest) oder Laichkraut-Arten (z.B. Potamogeton lucens). Sie sind in der Lage, Nährstoffe mit ihren feingliedrigen Blättern direkt aus dem Wasser aufzunehmen und dienen somit als Nahrungskonkurrenten für Algen, vor allem auch für fädige Grünalgen. Dieser hohe Nährstoffverbrauch äußert sich oft durch ein starkes Wachstum der Pflanzen, häufig auch nur einzelner Pflanzenarten. Zu den regelmäßigen Pflegearbeiten an einem Schwimmteich gehört daher ein Auslichten der Unterwasserpflanzen, wodurch die in der Grünmasse festgelegten Nährstoffe dauerhaft dem aquatischen System entzogen werden. Diese Nährstoffe stehen dann nicht mehr als Nahrungsgrundlage für Algen zur Verfügung.

Durch ihre hohe Photosyntheserate sorgen Unterwasserpflanzen für einen hohen Sauerstoffeintrag in das Wasser. Ausreichend bepflanzte Teichanlagen mit entsprechender Pflanzenauswahl verfügen meist über ein sauerstoffgesättigtes, teilweise auch ein sauerstoffübersättigtes Wasser. Eine weitere Eigenschaft der submersen Pflanzen ist die Sedimentbindung. Feinteile, die im Freiwasser umhertreiben, werden durch Unterwasserpflanzen festgehalten, wodurch mechanische Trübungen des Wassers vermindert werden. Eine typische Pflanzenart diesbezüglich ist Myriophyllum spicatum. Durch das oft feingliedrige Blattwerk der Unterwasserpflanzen wird eine große Fläche für den Aufwuchs von Biofilm geschaffen. Dieser Biofilm besteht aus einer Lebensgemeinschaft verschiedener Bakterien und Mikroorganismen und sorgt ebenfalls für eine Hygienisierung und eine Nährstoffadsorption.

In den Zonen mit größerer Wassertiefe kommen die Schwimmblattpflanzen vor. Hierzu zählen Pflanzen, die im Bodengrund beziehungsweise im Substrat wurzeln und deren Blätter auf der Wasseroberfläche schwimmen. See- und Teichrosen gehören dieser Gruppe ebenso an wie zum Beispiel Nymphoides peltata (Seekanne), Potamogeton natans (Laichkraut) oder Persicaria amphibia (Wasserknöterich). Mithilfe ihrer Schwimmblätter sorgen sie für eine Beschattung der Wasserfläche und helfen damit, eine übermäßige Erwärmung des Teichwassers zu verhindern. Das kühlere Wasser und der Schatten unter Seerosenblättern bieten optimale Lebensbedingungen für das wichtige Zooplankton. Diese Kleinstlebewesen sind sehr effektive und preiswerte Filtrierer und fühlen sich hier wohl.

Den vollständigen Bericht und viele attraktive Schwimmteiche & Natur-Pools finden Sie in naturpools 2/2010.

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